Die Kleine Kirche in Stassfurt-Atzendorf

In Atzendorf angekommen, erkennt man auf den ersten Blick nur den Turm der neuen evangelischen Kirche. Die kleine ehemals katholische Kirche ist nicht so schnell zu sehen, denn sie hat auch nicht einen so hohen Turm. Sobald man aber in den Bornschen Weg einbiegt, entdeckt man das Türmchen sofort!

Im Bistum Magdeburg wurden in den vergangenen Jahren die Anzahl der Pfarreien von 150 auf rund 40 reduziert. Als Folge wurden die nicht mehr genutzten Gotteshäuser verkauft.

So wurde auch die 115 Jahre alte ehemalige katholische Kirche in Atzendorf nicht mehr benötigt, weil es am Ende zu wenige Gemeindemitglieder gab.

Die Kirche bedeutete für die Menschen damals ein Stück Heimat. Sie waren aus dem Eichsfeld und den preußischen Ostprovinzen nach Atzendorf gekommen, um in der Landwirtschaft und speziell in der Zuckerfabrik zu arbeiten. Etliche blieben und gründeten eine Familie. Im Laufe der Jahrzehnte schwankte die Größe der Gemeinde sehr. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Vertriebene aus dem Sudetenland nach Atzendorf. Dann aber wurde die Gemeinde kleiner. Arbeitsmöglichkeiten fehlten. Seit 1973 gab es dort keinen eigenen Pfarrer mehr. Wie vor hundert Jahren gehört die Gemeinde heute wieder zu Staßfurt.